6. Mai 2017 Leon Hoover 0Comment

Die Ratingagentur Moody´s senkte heute die Kreditbonität der Großbanken BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole. Hauptsächlicher Grund für die Herabstufung seien ernsthafte Finanzierungsprobleme und sich deutlich verschlechternde Wirtschaftsbedingungen in der Eurozone. Der Druck auf die Pariser Regierung erhöht sich dadurch enorm, denn es ist nicht auszuschließen, dass alle Institute weitere Staatsgelder benötigen werden, um sich zu refinanzieren. Das AAA-Rating des Landes dürfte in diesem Falle allerdings futsch sein.
S&P sprach in dieser Woche bereits deutliche Warnung vor Herabstufung Frankreichs aus wer haftet in diesem Fall für die Stabilität des Euros?

Moody’s senkte heute die langfristigen Krediteinschätzungen für Frankreichs Bankenriesen BNP Paribas und Credit Agricole um einen Grad auf Aa3. Das Rating von Societe Generale wurde hingegen auf A1 reduziert. Moody’s teilte in diesem Zuge ebenfalls mit, dass sich der Ausblick für die Finanzstärke aller drei Institute verschlechtert habe, während es weiter hieß, dass eine gute Chance auf die Gewährung weiterer Staatshilfen bestünde, falls dies nötig werden sollte. Die Liquiditäts- und Refinanzierungsbedingungen der drei Banken hätten sich zuletzt deutlich verschlechtert. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei genannten Institute einem verstärkten Druck in Bezug auf ihre Refinanzierung ausgesetzt sein werden, habe sich mit dem Voranschreiten der europäischen Staatsschuldenkrise vergrößert. Die finanziellen Probleme der Banken ließen erneut Befürchtungen vor einem bevorstehenden Verlust des AAA-Ratings des französischen Staats an den Finanzmärkten aufkommen.

Standard & Poor’s warnte das Land in dieser Woche davor, dass die Pariser Regierung dem Risiko einer Herabstufung ausgesetzt sei. Als Begründung wurden unter anderem immense Refinanzierungsprobleme des französischen Bankensektors genannt. Frankreichs Banken sahen sich zuletzt dazu gezwungen, sich direkt mit Liquidität bei der Europäischen Zentralbank zu versorgen, nachdem deren Zugang zu amerikanischen Geldmarktfonds austrocknete. US-Fonds haben in den letzten Monaten riesige Kapitalbeträge aus Europas Banken abgezogen. Größtenteils basierten die Kapitalabzüge auf der Angst vor einer schlechten Performance der durch die entsprechenden Banken gehaltenen Vermögenswerte, zu denen beispielsweise griechische Staatsanleihen zählen.

Der Stress im französischen Bankensystem resultiert hauptsächlich aus dem Einfrieren des Zugangs zu Dollarfinanzierungen, die sich für die Institute als überlebenswichtig erweisen. Frankreichs Institute hielten Ende Juni zusammen Schulden der europäischen Hauptkrisenländer Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien in einer Gesamthöhe von $681 Milliarden. Diese Angaben gehen aus einem vor Kurzem publizierten Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervor. So wirkt es nicht Wunder, dass die Aktienkurse französischer Großbanken im heutigen Handel unter starkem Abgabedruck stehen. Die Aktie von BNP Paribas, Frankreichs größtes Institut nach Vermögenswerten, rutschte nach der Ankündigung um 4,9 Prozent ab. Einen ähnlichen Kurssturz vollzog die zweitgrößte Bank Societe Generale. Die Aktie von Credit Agricole sank um etwa 4,5 Prozent. Bis heute ist die Aktie von BNP Paribas in diesem Jahr bereits um 35 Prozent im Wert gesunken. Societe Generale erwischte es mit 53 Prozent Wertverlust sogar noch weitaus starker, während sich die Einbußen bei Credit Agricole auf 52 Prozent belaufen. Bei der Societe Generale zeigte man sich überrascht von der Herabstufung durch Moody’s, wohingegen darauf hingewiesen wurde, dass die Bank zuversichtlich sei, die Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden auf Basis eigener Bemühungen erfüllen zu können.